Inspiration youtube

Vorgestern sah ich bei youtube ein Video eines Fotografen, dem ich dort folge und der einmal sehr informativ über „Farben in der Fotografie richtig einsetzen“ sprach. Einem Bereich, den ich bis jetzt immer nur durch die sog. Sättigung oder Farbtemperatur angewendet habe. Dieses Video brachte mir nun dezidierter die Möglichkeiten näher, dies z.B. auch über die Kalibrierung zu wagen, d.h auch mit Farbverschiebungen zu arbeiten und dabei durchaus etwas mutiger bei der Anwendung  zu sein. Ja, war mein Gedanke, da muss ich mich mal heran wagen…
Heute nun auf einer Radtour kam ich auf einem Feldweg an einem grünen Wartehäuschen in grüner Umgebung vorbei, erinnerte mich an mein Vorhaben und sah schon das fertige Bild vor meinem inneren Auge. Das erste Foto für eine neue Serie war gemacht. Zuhause ging es dann gleich an den ersten Versuch, die Idee in der Bildbearbeitung anhand der Kalibrierung umzusetzen. Das Original und die Bearbeitung nun hier:



Ich hatte also „Blut geleckt“ und das Resultat lässt sich doch auch wohl sehen, oder? Gleich darauf hab ich mein umfangreiches Archiv nach passenden weiteren Fotos durchsucht und dabei kristalisierte sich auch ein Titel für die kleine Serie heraus. Ich bin viel mit dem Rad in der Umgebung auf Feldwegen unterwegs. Feldweg-Fotografie klingt aber irgendwie nicht so sexy und statt streetphotography nenn ich das ganz einfach „dirtroadphotography“!  Neue Serie, neue Herausforderung und wieder ein Grund mehr, mit der Kamera loszuziehen. Geht doch!
Zunächst muss ich noch ein bisschen mit „alten“ Fotos üben, wie bei diesen:

Demnächst und bei Erfolg mehr Fotos in diese Richtung, ich hoffe, es gefällt.

Damit schieße ich meine Fotos


Jetzt fotografiere ich schon seit über 2 Jahren mit einem anderen Kamerasystem und nachdem ich inzwischen (fast) alles für dieses System zusammengekauft habe, was mein Fotografenherz erfreut, ist es an der Zeit, einmal zu resümieren und die Geschichte dahinter zu erzählen, wie es soweit kommen konnte.

Also: Auslöser für ein Systemwechsel war eigentlich der immer mehr aufkommenden Wunsch, mit einer Kamera unterwegs zu sein, die schön klein ist, aber dennoch alles bietet. Zudem wollte ich mich beim Fotografieren auch mal „reduzieren“ und nur mit einer Festbrennweite losziehen. So informierte ich mich im Internet nach einer passenden Kamera und nach längerer und intensiver Recherche war ich schließlich soweit, mir eine Sony der 6000er-Reihe zu gönnen. Die letzte Beratung und den Kauf wollte ich aber gerne analog machen, weil man im Internet schließlich schlecht die Handhabung testen kann und die schien mir durchaus wichtig zu sein. Ich ging also in Münster in den Fachhandel, um mich zu beraten und dann zu kaufen. Aus dem Geschäft kam ich schließlich mit der Lumix GX 9 von Panasonic und einer 50mm Standartfestbrennweite, auf Kleinbild umgerechnet. Was war passiert? Dem kompetenten Verkäufer hatte ich über meine Wunschkamera und meine Idee dahinter erzählt. Der aber fragte mich, ob er mir denn neben der Sony trotzdem auch mal die Lumix-Kamera zeigen dürfe. Ich ließ mich gerne darauf ein. Spontan überzeugte mich an der Kamera der schwenkbare Sucher. Meines Wissens nach die einzige Kamera, die das hat. Außerdem ist das MFT-System(Micro for Thirds) durch den kleineren Sensor noch mal etwas kompakter, so auch leichter. Ansonsten sah ich in dem Moment auch keinen wirklichen Vorteil mehr bei der Sony und so kaufte ich spontan und aus dem Bauch heraus die Lumix, sie schien einfach meine Kamera zu sein.

Und was soll ich letztendlich nach 2 Jahren sagen: sie ist es immer noch. Sie hat dann auch noch reichlich Zuwachs bekommen, in Form verschiedenster Objektive und und und. Und auch die große Schwester, die G9 hat sich inzwischen dazugesellt, weil ich mich damit letztendlich von meiner(trotzdem auch geliebten) Spiegelreflex, der Canon 6D leichter verabschieden konnte. Da ich ab und an doch auch mal Fotoaufträge habe, war es für mich praktischer, nur ein Kamerasystem mit zwei Kameras zu besitzen. So nutze ich die G9 gerne mit den Zoomobjektiven im Telebereich, weil die Kamera für schwerere Objektive griffiger ist und die GX9 mit den Festbrennweiten und dem Zoom im Weitwinkelbereich, wenn ich mal reduziert unterwegs sein will. Aber auch andere Kombinationen – je nach Fotografiersituationen – machen das ganze System wunderbar flexibel. Das Entscheidende aber ist der Gewichtsverlust. Die vergleichbare Ausrüstung reduzierte sich von 5654g auf 2721g(!!!). Mit minimalistischer Ausrüstung der Gx9 und einer Standartfestbrennweite geht das ganze dann sogar unter 600g, herrlich!

Des Weiteren begeistert mich das voll schwenkbare Touchdisplay bei der Lumix immer wieder, wenn ich z.B. den Focuspunkt setzten muss, oder ungeahnte Perspektiven entdecken will, alles total flexibel. Ich bin kein Techniknerd und will hier deshalb gar nicht genau ins Detail gehen, aber der Workflow macht mir jetzt einfach noch mehr Spaß. Mache ich damit bessere Bilder? Nein! Oder vielleicht doch? Ich denke schon ein bisschen, weil sich mehr Möglichkeiten aufgetan haben und ich mich damit auch noch wieder ein paar Schritte weiterentwickelt habe. Außerdem habe ich neue Inspiration für meine Kreativität gefunden. Man lernt nie aus und Inspiration ist ein guter Lehrmeister. Man muss nur dran bleiben, dshalb gibt es soviele Bilder von mir… Bei der Bildqualität sehe ich eigentlich keinen Verlust, obwohl ich ja von Vollformat auf den kleineren MFT- Sensor „downgegradet“ habe.. Einzig allein das höhere Rauschverhalten ab 1600 ISO könnte man bemängeln, das hat mich bis jetzt jedoch noch nicht gestört. Habe sogar die Milchstraße damit fotografieren können.

Aber ob der geneigte Bildbetrachtende meiner Fotos überhaupt den Wechsel registriert hat…? Was für mich entscheidend ist: ich bin mit mit mehr Leichtigkeit unterwegs, es macht einfach mehr Spaß und den sollte man ja bei einem Hobby mit Leidenschaft immer haben.
Und noch was: wer sich jetzt fragt, warum ich denn nicht mit bekannten Herstellern wie einer Sony oder Canon oder Nikon unterwegs bin. Ich schau mir viele informative Formate von Fotografen auf youtube an und da werden besagte Marken oft gehypt, besonders Sony. Auch ich war dem Einfluss anfangs unterlegen, haben zu müssen, was „die“ haben. Aber sein wir doch mal ehrlich, sieht man den Fotos die Marke an? Nein! Der Fotograf macht das Bild und er bedient sich der Technik und die ist heute einfach auf einem guten Niveau, so dass die Marke immer unwichtiger wird. Das ist meine persönliche Meinung und nun Schluß mit meinem Beitrag, demnächst lasse ich wieder mehr meine Bilder sprechen.