Vorher/Nachher

Aus Anlass meiner 30×30-Challange, die inzwischen abgeschlossen ist, hab ich das erste Foto, welches ich mit meinem neuen 30mm-Objektiv gemacht habe, ausgewählt und möchte anhand dieses Fotos einmal etwas über meine Beweggründe beim Fotografieren und nachher beim „Entwicken“ schreiben:

Mit dem gerade frisch gekauften Objektiv musste ich natürlich gleich ein paar „Testbilder“ machen und da ich gerade in Ms war und die Wolkenbildung sich so interessant zeigte, habe ich mir das Rathaus als Motiv genommen und dieses gegen den Himmel fotografiert. Damit ergab sich aber auch gleich eine grundsätzliche Problematik beim Fotografieren. Entweder wäre der Himmel „ausgebrannt“ und das Rathaus korrekt belichtet und das Bild damit „langweilig“, oder der Himmel gut erkennbar, aber das Rathaus viel zu dunkel. Hier einmal die beiden Bilder im Vergleich:

Das Foto mit optimaler Belichtung des Rathauses, wobei dann der Himmel ohne Struktur gewesen wäre…
…und das Foto, welches ich für eine nachträglich optimale Bearbeitung „zu dunkel“ belichtet habe.

Das menschliche Auge kann einen hohen Dynamikumpfang sehr schnell ausgleichen und wir merken das beim Schauen garnicht. Die Kamera schafft es nicht, so einen hohen Dynamikumpfang festzuhalten und man muss das ohne Bildbearbeitung in Kauf nehmen. Allerdings hatte ich schon im Moment der Aufnahme eine fertige Vorstellung vom Foto . Also galt es so zu fotografieren, daß nachher bei der Bildbearbeitung dieser Wunsch realisierbar war. Am heimischen PC begann nun die Arbeit an diesem Foto, welches ich im sog. Raw-Format fotografiert hatte, um alle Informationen aus dem Foto maximal herausholen zu können. Mit dem Bildbearbeitungprogramm (in meinem Fall Lightroom) ist eine umfangreiche Bearbeitung möglich und dabei sind alle Schritte grundsätzlich wieder löschbar und im Nachhinein auch nachvollziehbar. Ich hob also die Tiefen an, um die Struktur im Mauerwerg sichtbar zu machen und setze die Lichter für einen dramatischeren Himmel noch etwas herab. Nötig war dann auch eine Kontrastanhebung und Verstärkung von Schwarz und Weiß. Außerdem mussten insgesamt noch etwas die Farben verstärkt werden und die Farbtemperatur dann den persönlichen Geschmack angepasst werden. Das geschah in diesem Fall selektiv. Den Himmel wollte ich mehr ins graublaue haben (Loriot lässt grüßen, ich beschränke mich auf eine ungefähre Farbangabe), weil im Gegesatz dazu das Rathaus in einen warmen Farbton erstrahlen sollte. Das Ergebniss kennen sie vielleicht schon, hier ist es zur Veranschaulichung natürlich trotzdem:

Nun sind alle Bildinformationen aus dem Originalfoto per Bildbearbeitung herausgekitzelt, mein Idee beim Fotografieren ist realisiert

Natürlich gibt das Foto nicht ganz die Wirklichkeit wieder, aber ich denke, Fotografie darf das und so kommt mein Pseudonym als „Bildkomponist“ in diesem Foto einmal „kräftiger“ durch, denn ich wollte eine leicht mystische Stimmung in dem Foto schaffen. Ich hoffe, das ich damit nicht übertrieben habe. Was meinen Sie? Sie können gerne (auch kritisch) diesen Beitrag und was ich aus dem Foto gemacht habe kommentieren, es würde mich über eine Diskussion darüber freuen und:

Danke, dass sie bis hierhin gelesen haben.

Ihr Bildkomponist Andreas Denhoff