Wenn man sich mit der Fotografie etwas ernster beschäftigt, dann kommt man an Leica irgendwie nicht vorbei. Ist die Marke doch mit einer Tradition behaftet, die seinesgleichen sucht. Darauf und die zugehörige Geschichte möchte ich hier garnicht eingehen, aber die Geschichte macht den Mythos und im Laufe der Jahre hat der mich immer mehr gepackt und der Habenwillfaktor wurde immer größer. Irgendwie erklärbar ist das Ganze nicht und bei mir lag es definitiv nicht an der Marke, sondern an dem, was die Kamera hat, sprich in meinem Fall die Q3. Sie hat eine Mischung aus Einfachheit, Design, Haptik und eben einem nicht erklärbaren Faktor… und der ist vielleicht dann doch mit dem Namen verbunden. Nur die Kamera leisten können und wollen, das war ein längerer Prozess. Auf dem befand ich mich und war irgendwann an der Stelle, wo mir klar wurde, ich möchte eine haben und ich werde mir eine kaufen. Eigentlich hab ich meine Kameras immer “ausgesucht“ nicht weil da gerade irgendwas angesagt ist. Habe auch nie den größten und besten Sensor oder die beste Kamera gewählt, sondern versucht, Kamera und meine Art zu fotografieren überein zu bekommen und da waren verschiedene Schritte(Kameramodelle) notwendig, die ich auch nie bereut habe. So wuchs der Kamerapark und die dazugehörigen Objektive langsam an. Derzeit genieße ich es durchaus, vor dem Haufen zu stehen, spontan eine Kombi auszusuchen und mit der dann loszuziehen. Hatte eigentlich auch keine Probleme, mal mehr mitzunehmen, um wechseln zu können. Aber wenn auch der Kamerarucksack voll war, blieb ich meistens bei einem Objektiv. Ich war dann einfach oft zu faul, etwas anderes zu benutzen oder ich hatte mich auf eine Brennweite “einfotografiert“ und war einfach damit zufrieden. So gehe inzwischen eigentlich oft nur mit einer Kamera und einem Objektiv los, bin total glücklich, fokussiere mich auf dessen Motivmöglichkeiten und wenn ich was sehe, was eine andere Brennweite bräuchte… Naja, dann gehe ich später mal mit dieser Brennweite los und suche dafür Motive.

Eines meiner Lieblingskombinationen war mal die Lumix GX 9 mit einer 1.4 15mm, sprich 30mm Linse. Damit konnte ich mit leichtem Gewicht, viele meiner Motivideen umsetzen. Bei der versagte aber irgendwann der Sucher. Ausserdem hatte ich auch verschiedene Phasen, wo ich dann z.B. mal sehr viel mit dem Panasonic 50-200mm f2,8-4,0 DG Leica an der G9 fotografierte. Da taucht auch schon mal der Name Leica auf, weil Panasonic viele von Leica lizenzierte Objektive baut. Das nur nebenbei. Die Lumix G9, war und ist mein Arbeitstier und da ich ab und an mehrere Kameras gleichzeitig für Aufträge brauchte, kam auch wieder eine Vollformat ins Haus. Die Lumix S5ii kaufte ich allerdings nur mit den Festbrennweiten 20|50|100mm. Auch da wechelte ich selten, aber meine Bandbreite war so, dass ich eigentlich allen Wünschen und Bedürfnissen gerecht wurde. Warum dann noch eine neue Kamera. Naja, man entwickelt sich weiter, meine Motive änderten sich und man informierte sich was zu einem passt und dann entwickelte sich da was, was letztendlich zu der konkreten Entscheidung wuchs: jetzt muss eine Leica her und ich werde sie mir kaufen!

Wie viele wissen, hab ich ja doch schon eine Leica. Stimmt, die D-lux 8, die Leica “für Arme”, wie ich sie immer scherzhaft beschreibe. Sie war für mich guter Ersatz für die GX 9. Als ich mir die zulegte,war ich noch der Meinung, dass es vieeeeel zu teuer wäre, somit unvernünftig, mir eine große Leica zu leisten. Den Mythos Leica konnte ich aber schon mit der Kleinen etwas nachspüren und so ist sie mir sehr ans Herz gewachsen und meine Immer-dabei-Kamera. Sie ermöglicht mir, mein Art der Fotografie zu leben. Und das hat viel mit der Kamera zu tun. Ich komme vom Analogen her, habe da immer Kameras gehabt, an denen ich noch per Wahlrad Zeit und Blende einstellen konnte, viel mehr nicht, aber das reichte. Den vielen Schnickschnack an den heutigen Kameras brauch ich nicht.
Ich habe bis jetzt schon viele Videos zur Leica angeschaut, aber letztendlich muss ich meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche sehen und meine eigene Erfahrung machen. Ich weiss noch, wie ich eigentlich mal eine Sony 6000er kaufen wollte. Ich hatte monatelang im Internet recherchiert und bin dann ins Geschäft, um sie mir zu kaufen. Bin aber dann mit der schon erwähnten Lumix GX9 herausgekommen. Diese spontane Entscheidung habe ich nie bereut. So hoffe ich, meine jetzt feststehende Entscheidung für die Q3 wird die Richtige sein. Die M-Serie kommt für mich nicht in Frage, weil ich einen Autofokus brauche. Ich fokussiere auch gerne manuell, aber manchmal vertraue ich meinen schlechten Augen nicht und da brauche ich Hilfe. Eine weitere Entscheidungshilfe für den Kauf war Sylvia und mein Lebensmotto “Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Wer weiss wie und was im Leben noch passiert. Wie haben beide leidliche Erfahrung gemacht, wie schnell es vorbei sein kann. Es kann einfach auch schnell was “dazwischenkommen“ Also wenn es geht, nichts aufschieben…. Das Leben ist sowieso einfach zu kurz. Und schließlich noch ein ganz entscheidender Faktor: ich habe meinen Caddy verkauft bekommen! So konnte ich also auf die Suche nach meiner Q3 gehen.

Letztendlich bin ich bei Foto Görlitz fündig geworden und habe sie persönlich dort abgeholt. Ich wollte nicht einfach nur online kaufen, der persönliche Kontakt war mir dabei auch wichtig.

Jetzt wird sich zeigen ,wie mir die Kamera “steht”, ob ich mich angekommen fühle. Ich werde berichten…
P.S. Interessant ist ja, das Falk, wenn auch aus anderen, aber durchaus ähnlichen Gründen bei Leica gelandet ist, Er hat das ja ausführlich und mit viel besseren Worten „begründen” können. Meine Gedanken und Schritte liefen parallel vielleicht sogar etwas früher, aber ich war durch Falk nicht beeinflusst. Gedanklich hat mich das sicherlich auf seine Weise begleitet, ich fand irgendwie immer eine gewisse Bestätigung für das was er so sagte und was ich so dachte.
Ich hoffe, ich konnte meine Gedanken einigermaßen rüberbringen, vielleicht sieht sich der ein oder andere in Teilen wieder. Mir tat es jedenfalls gut, dies schriftlich zu formulieren und so noch einmal klarer zu sehen. Habt ihr Gedanken dazu? Lasst mich daran teilhaben.
Die ersten Tage mit der Q3 war ich bei der Arbeit im Theater in den Probenpausen mit der Q3 unterwegs, auch etwas im Schnee. Streetphotography konnte ich nur mit zwei Motiven in Berlin kurz testen. Hier die Bilder davon. Es fühlte sich sehr gut an, wobei das Handling erst noch so richtig in Fleisch und Blut übergehen muss, aber das ist ja auch bei jeder anderen Kameras so.
















Es freut mich, dass ihr bis hierher gelesen und geschaut habt und bin auf ein regen Austausch gespannt. Bin mir ganz im Klaren, dass ich diese Fotos genauso mit einer anderen Kamera hätte machen können….
